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Abschied von Brigitte Bücken
Wer schmückt die
Mitte für das jährliche
Lektorentreffen?
Wer dekoriert
den Abend der
Begegnung liebevoll?
Wer legt die
Einstimmungstexte
auf den Weg im
Advent?
Wer koordiniert
Grundschullehrer
und Pfarrei?
Wer informiert die Eltern über die Familienangebote
der Gemeinde?
Wer bietet Meditative Tänze an?
Wer leitet
den Kinderbibelnachmittag?
Wer vermittelt
die Erstbeichte?
Auf all diese Fragen gibt bis
Juli 2010 nur eine einzige Antwort: Brigitte
Bücken. Sie ist Religionslehrerin mit Gemeindeauftrag,
sie schafft all dies und noch
viel mehr an Ideen, Rat und Hilfe bei sechs
genehmigten Wochenstunden.
Die gelernte Montessori-Erzieherin zog 1984
nach Moosach, füllte dann alle Ehrenämter
aus, die einer Mutter mit Sohn offenstehen,
und half darüber hinaus im Pfarrbüro.
Bei der Vorbereitungsgruppe für den Familiengottesdienst
hat es gefunkt: Über den
Würzburger Fernkurs und nach der zweiten
Dienstprüfung wurde sie fest angestellte Religionslehrerin:
Seitdem unterrichtet sie an
der Gera-Grundschule, an der Hauptschule
an der Leipziger Straße und leistet seit 1999
vielfältige Gemeindearbeit.
Der Spaß an der Religionspädagogik im
Team um Pfarrer Hans Lindenberger prägte
Brigitte Bücken. Der Wandbehang "Wo
Gott wohnt, ist Jerusalem" entstand aus diesem
kreativen Teamgeist und hing seit 1992
im Oberen Saal. Im Rahmen der Kinderbibelwochen,
die sich damals noch monatlich
von der Erstkommunion bis zur Erstbeichte
erstreckten, wurde erst erhört und erfühlt,
und dann in Stoff geschnitten und als Filz geklebt,
mit Watte gestopft und in Goldfolie gefaltet.
So konkret wie die Kinder ihre Vision
erschufen, so konkret ist die Herzlichkeit und
die Religiosität von Brigitte Bücken.
Nicht umsonst ist der Kinderbibeltag am Buß
und Bettag seit Jahren ein Renner in der Gemeinde,
denn "Perlen des Glaubens" wurden
dort einmal gebastelt und Perlen des Glaubens
waren dort zu erfahren: Einfühlsam und stimmig
sind alle Angebote von Brigitte Bücken,
so heiter, dass man ihnen ihre sorgfältige und
umsichtige Vorbereitung nicht anmerkt, so
achtsam und geistlich getragen aber, dass sich
auch Erwachsene öffnen für Regungen ihrer
Seele, die sie nie vermutet hätten.
Bis zu 70 Grundschulkinder auf die erste
Beichte vorzubereiten, war der Schwerpunkt
der beliebten Gemeindearbeiterin. "Hier erleben
Kinder Kirche positiv, denn dieses
Sakrament heißt nicht umsonst 'Feier der
Versöhnung'," berichtet Brigitte Bücken begeistert. "Im Erstbeichtkurs erfahren sie: Da
ist jemand, der mich ernst nimmt, der trauert,
wenn mir etwas nicht gelingt, und der sich
freut über meine Stärken. So versöhnen sich
die Schüler mit sich selbst und damit auch
mit Gott." Zwei Drittel der Erstkommunionkinder
von St. Martin wagen diesen Schritt
und lernen mit Brigitte Bücken, konstruktiv über sich nachzudenken.
Kirchliche Mitarbeiter bei ihrem Schulpraktikum
in diesem Sinn zu fördern, ist der neue
Schwerpunkt von Brigitte Bücken als Mentorin.
Die Pfarrei St. Martin bedankt sich
für zwanzig Jahre des achtungsvollen und
schöpferischen Miteinanders.
Eva Speckner
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