Verabschiedung von DDr. Johannes Binshan Chen

Dankeschön, alles Gute
und auf Wiedersehen!
Xièxiè, Xìngfú, Zàijiàn!
Manche haben es noch gar nicht mitbekommen, dass Johannes nicht mehr bei uns ist. Erstaunlich schnell hat er sein zweites Promotionsstudium in Philosophie abgeschlossen. Seine Dissertation mit dem Titel "Person-Verständnis in der abendländischen Philosophiegeschichte" ist für knapp 40 Euro auf dem Buchmarkt erhältlich.
Johannes ist jetzt in Singapur und hat vorübergehend eine Lehrtätigkeit angetreten. Er will aber bald zurück in seine chinesische Heimat, um dort in der Formation der Priesterstudenten zu wirken. Dazu muss er einen Bischof suchen, der ihm diese Aufgabe überträgt, in der er ja schon früher tätig war.
Mit seinem bescheidenen, freundlichen und offenen Wesen hatte er sich schnell bei uns eingewöhnt. Bereitwillig hat er viele Dienste übernommen: Gottesdienste, Taufen, Trauungen, Krankenkommunionen, Beerdigungen. Seine Predigten waren auf hohem Niveau – leider haben ihn nicht alle immer gut verstanden aufgrund seines chinesischen "Schnellsprechs", bei dem ganze Silben verschwinden.

DDr. Johannes Binshan Chen predigt

Im Pfarrhaus haben wir viel miteinander gelacht und gerne manches Bierchen getrunken. Er stammt ja auch aus der großen, eine Zeitlang deutschgeprägten Bierstadt Qingdao, das damalige Tsingtau. Tsingtao heißt noch immer die bekannteste Biersorte in der VR China. Kein Wunder, dass er auch Fan des traditionellen Schlachtschüsselessens ist!
Johannes hätte uns sicher gerne noch mehr erzählt aus seiner Heimat. Die Kirchen haben es dort sehr schwer. Die Staatsorgane fürchten sich vor Einmischung und Beeinflussung und wollen alles kontrollieren und selbst bestimmen. So gibt es Spannungen zwischen den ganz Rom-treuen Katholiken, die ihren Glauben im Untergrund leben, den Angehörigen der staatlich gelenkten katholisch-patriotischen Kirche und denen, die vermehrt den Dialog suchen.
Johannes hat uns oft aufgefordert, unbedingt einmal nach China zu kommen, um sich ein Bild von diesem großartigen Land zu machen. Vielleicht klappt das ja mal!
Jetzt heißt es aber erstmal, Abschied zu nehmen, herzlich zu danken und ihm Gottes reichen Segen zu wünschen!

Msgr. Martin Cambensy,
Leiter des Pfarrverbands

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