Verabschiedung von Gerlinde Singer

"Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit." (Koh 3,1)
Im Herbst 2002 ist es in Frieden Christi nach fünf Pastoralassistenten und -referenten Zeit für die erste Frau in dieser Position.
Gespannt nehmen die Menschen die neue Seelsorgerin in Augenschein – die schnell ein Gesicht und ein vertrauter Name im olympischen Dorf und der Pressestadt wird: Gerlinde Singer. Mit den Menschen ihres Pfarrgebiets zu leben, an deren Freude, Sorgen, Hoffnungen und Schicksalen teilzuhaben, ist für sie wichtig und daher wird das "Dorf" für sie und ihren Mann von Beginn an zur Heimat. Mit zwei eigenen Kindern, die hier geboren werden, wundert es nicht, dass sie das Kinder- und Familienpastoral zu ihrem Schwerpunkt der Seelsorge macht.
In der Umbruchszeit, in der die Gemeinde im Laufe der nächsten Jahre mit sieben priesterlichen Leitern und der Einbindung in das Seelsorgekonzept eines Pfarrverbands konfrontiert wird, ist Gerlinde Singer ein Hort der Beständigkeit – gerade für neu hinzugezogene junge Familien.

Gerlinde Singer beim ökumenischen
Gottesdienst 2007 in der Presse-stadt

Über entsprechende Musikangebote, Gottesdienste, den Familienkreis oder die Familienpilgerfahrten eröffnet sie diesen einen Zugang zur Gemeinde. Mit Gründung des Pfarrverbands Ende 2014 und seit dem überraschenden Weggang von Herrn Pfarrer Paula im letzten Jahr ist es wieder Gerlinde Singer, die mit den Verhältnissen vor Ort vertraut, nun auch die Verwaltung der Pfarrei übernimmt. Nicht selten ist hinter vorgehaltener Hand zu hören: "Hoffentlich bleibt uns die ‚Frau Pfarrerin‘ lange erhalten". Leider hatte das Ordinariat diesbezüglich andere Pläne. Mit zunehmendem Druck setzte es jüngst den aus seiner Sicht schon längst fälligen Stellenwechsel von Gerlinde Singer durch.
So heißt es für uns am 1. Mai Abschied nehmen. Verbunden ist damit unser tiefer Dank für die fruchtbare gemeinsame Zeit und ihre Arbeit. Gerne lassen wir sie nicht nach St. Albert/Allerheiligen ziehen, doch unsere besten Wünsche mögen sie auf ihrem neuen Berufsweg begleiten:

Schaue nach vorne
ruhig, gelassen
kommende Dürre nicht fürchtend
weil Dein grüner Lebensbaum
an göttlichen Bächen des Segens gepflanzt
aus tiefen Wurzeln des Vertrauens
Kraft und Hoffnung
für sein weiteres Wachstum schöpft

Barbara Volk, Vorsitzende des PGR

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