Pfarreiwallfahrt 2016 nach Andalusien
Begegnung der Kulturen mit der Weite des Herzens

31 Wallfahrer aus dem Pfarrverband machten sich mit Pfarrer Martin Cambensy in den Herbstferien auf ins Herz des islamischen Spaniens. Altbewährte Reiseteilnehmer und Neulinge stießen aufeinander, dieses von Geschichte, Kultur und Kontrasten strotzende Land zu erfahren.

Der Myrtenhof in der Alhambra

Ein Höhepunkt jagte den nächsten:die Alhambra, der ornamentverliebte Burgpalast, dessen murmelnde Garten-brunnen zu Träumen aus 1001er Nacht verführten; die Mezquita-Kirche in Córdoba, deren über 800 Säulen sich wie Palmen im Wind wiegten; der Alcázar-Palast in Sevilla, den der christliche Herrscher in der Islam-Mode der damaligen Zeit von den geschickten maurischen Handwerkern ausstaffieren ließ. Weiter ging es zu Renaissance-Städtchen und zu weiß gekalkten Bergdörfern. All das eingebettet in eine mediterrane Hügellandschaft, in der Olivenbäume strammstanden, soweit das Auge reichte. Dazu Klöster und Kathedralen satt – durch alle Baustile hindurch und gerne auf den Grundmauern von Moscheen. Überbordend prächtig und einschüchternd machtbewusst charakterisierten sie das Selbstverständnis der katholischen Kirche in Spanien.

Die Mezquita-Kirche mit beeindruckenden 856 Säulen

Soweit die klassische Touristenroute – doch was war das Besondere dieser Reise? Herr Pfarrer Cambensy hatte als spirituelles Angebot wieder ein Pilgerbüchlein zur privaten Lektüre liebevoll zusammengestellt. Mit Tageskapiteln strukturierte er die AugenFeuerwerke und gab ihnen eine geistliche Dimension. Jeder Wallfahrer konnte selbst über seine Lebensmuster nachdenken: Etwa in den geometrischen Fliesenwänden der Alhambra seinen eigenen geordneten Kosmos wiederfinden. Oder in den detailfreudigen Stuckverzierungen den eigenen Lebensfluss schlängeln sehen. Einmal am Tag verlebendigte Herr Christian Vidovic, unser Pastoralassistent, die Leitgedanken mit zeitgemäßen Impulsen, feinfühlig auf die Pfarreigruppe, ihre Situation und ihre Verfasstheit abgestimmt. So holte er die Mitreisenden bei dem ab, was sie bewegte, auch im eigenen Leben.

Herr Pfarrer Cambensy während des
Gottesdienstes in Granada

Die andalusische Küche zu entdecken, entpuppte sich als weiterer Höhepunkt: Die Tapas, wie die kleinen Gaumen-schmeichler genannt werden, versprachen immer neue Reize. Zusammen mit demlokalen Rotwein oder Sherry ließ es sich hervorragend schmausen und die Gruppe genoss es, in Muße und in netter Gesellschaft zu essen. Darüber hinaus lud Pfarrer Cambensy ein, angesichts der safrangelben Paella-Pfannen über die "Paella unseres Lebens" nachzudenken, die Bestandteile also, die unser Leben gesund und sinnvoll machen. Ein wesentlich attraktiveres Bild als der abgedroschene Begriff der "Worklifebalance".

Eine Tafel voller Tapas

Die Leitidee der Unternehmung war treffend gewählt: Das Herz weit werden zu lassen – das forderte die Wallfahrer heraus in dem fremden Landstrich und inmitten seiner Kulturen, bei busmüden Rücken und pflasterplatten Füssen. Viele Gelegenheiten also, mit dem eigenen Herzen umzugehen, es zu öffnen und leuchten zu lassen oder nur zu fühlen und zu halten, was ist. Die begeisterten Gesichter am Ende der Reise bewiesen es: Die Moosacher hatten Andalusien in ihr Herz geschlossen.

Eva Speckner

Sherryprobe in Jerez
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