Ich selber sein, Urvertrauen und Freude am Lernen
- die Werte von Barbara Mock, der Leiterin des Kindergartens St. Martin

Individualität erwünscht
"Wir holen jedes Kind da ab, wo es steht: bei seiner Zurückhaltung, mit all seiner Energie und Neugier, bei seiner Freude oder Ängstlichkeit. Jedes der Kinder wird als eigenständige Persönlichkeit angesehen, und es wird mit seinen individuellen Bedürfnissen und Eigenheiten von uns angenommen," formuliert die Leiterin die Ziele des gesamten Kindergartenteams von St. Martin. Zusammen mit sieben weiteren Pädagoginnen betreut sie 100 Kinder. Ihre Ziele sind nur zu erreichen durch ein hohes Maß an eigenständigem Arbeiten, sowie an Teamzusammenhalt. Barbara Mock weiß beides zu unterstützen. Darüber hinaus nimmt sie sich viel Zeit für die Elternarbeit: "Ich freue mich über die regen Elterngespräche und über das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird." Barbara Mock absolvierte bereits vor 19 Jahren ihr Berufspraktikum in St. Martin, danach arbeitete sie als Erzieherin etwa ein Jahr im Kindergarten von Herz-Jesu in Neuhausen. Carola Embacher holte sie schnell nach Moosach zurück, wo sie seit 1990 wirkt.

Barbara Mock mit Kindern ihrer Gruppe

"Lehre mich, es selbst zu tun"
Mit dem Spiel fängt für Barbara Mock das Lernen an. Sie führt die Kinder erst einmal durch attraktive Angebote zum Spiel, bis sie sich ungestört darauf einlassen. Dabei erleben sie Konzentration, Freude und Ganzheitlichkeit. "In diesen Momenten erkennen wir Pädagoginnen Potentiale und Defizite der Kinder und können so entsprechend handeln," erläutert die vor Energie sprühende Erzieherin. Um zusätzliche Möglichkeiten für ihre Arbeit zu gewinnen, bildete sie sich während eines zweijährigen Diplom-Kurses in der Montessori-Pädagogik weiter. Beim vielfältigen Bauen und Basteln etwa schulen die Buben und Mädchen ihr mathematisch-logisches Vorstellungsvermögen, während sie gleichzeitig lernen, sich mit Schwierigkeiten auseinander zu setzen und sich auch an Teilerfolgen zu freuen. Bei Rollenspielen, sei es mit Puppen, mit Playmobilfiguren oder miteinander, kann die Ausdrucksweise, die Feinmotorik, und vor allem Verhandeln und Kompromisse schließen geübt werden. "Diese neuen Erfahrungen verstärken wir am Ende durch Mitfreuen, durch Trösten oder durch Hilfestellung bei der Lösungssuche," betont Barbara Mock.

Positives Gottes- und Menschenbild
"Es ist mir wichtig, dass Kinder die Welt lieben lernen und so Vertrauen zu sich und ihrem Umfeld aufbauen; denn dann öffnen sie sich für alles Neue. Dieses Urvertrauen ist die Voraussetzung für das spätere Lernen. Deswegen finde ich die Vermittlung von Vertrauen gerade in der Vorschulerziehung so wichtig," erzählt Barbara Mock. "In der religiösen Erziehung etwa kann ich die mir anvertrauten Kinder Urbeziehungen erfahren lassen, und damit die elterlichen Bemühungen unterstützen und ergänzen." Dafür versucht sie, mit den Kindern den Kerngehalt von religiösen Geschichten erlebbar zu gestalten: Religiöse Einheiten verstärkt sie deswegen mit rhythmischen Elementen - durch Bewegung und mit Instrumenten, wie Rasseln und Glockenspiel.

Wer Barbara Mock und ihr Team persönlich kennenlernen will, ist herzlich eingeladen, den Kindergarten zu besuchen am Tag der offenen Tür: 08.02.09.

Eva Speckner
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