Kleines Orgellexikon

Abstrakte: lat. "abstrahere" = abziehen; Holzleisten, Teil der Traktur
Calkant: lat. "calcare" = treten; Treter des Blasebalges
Cymbelstern: Der C. besteht aus Schalenglocken, die durch eine vom Windrad angetriebene Hammermechanik zum Klingen gebracht werden. Ein sichtbarer Stern im Orgelprospekt dreht sich dabei mit.
Disposition: Zusammenfassung aller Register
Fagott: Lingualregister, das den Klang eines Fagottes imitiert
Flöte douce: "douce" meint wahrscheinlich "deux" (franz.= zwei), denn dieses Flötenregister besteht aus zwei Pfeifen pro Taste, wodurch der Klang hier intensiv ist.
Gedackt: Register, bei dem die Pfeifen oben einen Deckel haben und dadurch eine Oktave tiefer klingen als gleichlange Pfeifen ohne Deckel.
Hauptwerk: Alle Register, die vom Hauptmanual (II. Manual) aus bedient werden, stehen im Hauptwerk. Es hat von allen Werken die meisten Register.
Intonation: 1. Klangcharakter der Register und Pfeifen. 2. Sehr aufwendiger Arbeitsvorgang im Orgelbau, um die optimale Klangqualität der Register zu erreichen; man spricht aufgrund des hohen Anspruches an diese Tätigkeit von der "Kunst des Intonierens".
Klangkrone: andere Bezeichnung für Mixtur.
Klaviatur: Tastenreihe, auch Tastatur genannt.
Koppel: Vorrichtung, die ermöglicht, vom Hauptmanual (Manualkoppel) oder dem Pedal (Pedalkoppel) die Register eines anderen Manuals mitzuspielen.
Labialpfeife: lat. "labium" = Lippe; Bei der "normalen" Orgelpfeife wird durch Brechung eines Luftstromes an einer Lippe die Luftsäule in Schwingung versetzt (wie bei einer Blockflöte).
Lingualpfeife: lat. "lingua"= Zunge; anders als bei der Labialpfeife, wird hier durch den Luftstrom ein Metallblatt in Schwingung gebracht und dadurch der Ton erzeugt (ähnlich einer Mundharmonika). Sich aus Lingualpfeifen zusammensetzende Register werden als Zungenstimmen bezeichnet.
Manual: lat. "manus" = die Hand; Tastenreihe (Klaviatur), die mit den Händen bedient wird.
Mensur: Das Verhältnis von Länge und Dicke der Pfeife.
Mixtura: Ein typisches Register, das sich aus mehreren Pfeifenreihen zusammensetzt und der Orgel ihren kräftigen, oft hellen Klang verleiht.
Nachthorn: Sonst ein Register mit sehr weiter Mensur.
Oberwerk: Zusammenfassung aller Register, die über dem Hauptwerk angeordnet sind.
Pedal: lat. "pedes"= Fuß; 1. Tastenreihe (Klaviatur), die mit den Füßen gespielt wird. 2. Abkürzung für Pedalwerk.
Posaunen-Bass: Ein tiefes, kräftiges Lingualregister, das der Orgel Gravität verleiht.
Principal: "princeps" = der Anführer, die Principal-Register bilden das Fundament für den kräftigen Klang einer Orgel. Es gibt sie daher in jeder Orgel. Auch die Octav- und Quint- Register gehören dazu.
Prospekt: Die vordere, sichtbare Seite der Orgel. In der Barockzeit wurde diese Ansichtsseite meist sehr kunstvoll gestaltet.
Temperatur: lat. "temperatio" = die rechte, zweckmäßige Einteilung; Fachbegriff für Stimmungsart.
Traktur: lat. "trahere" = ziehen; Verbindung zwischen den Tasten und den Tonventilen. Sie besteht aus Leisten (Abstrakten s.o.), Winkeln und Wellen. Die T. ist in der Trost-Orgel vorwiegend aus Holz gefertigt. Wird eine Taste niedergedrückt, so wird durch diese Verbindung das Tonventil geöffnet und die Luft kann bei den gezogenen Registern in die Pfeife eindringen und sie damit zum Klingen bringen.
Transmission: Komplizierte Vorrichtung, die es ermöglicht, unabhängig von der Pedalkoppel bestimmte Hauptwerkregister vom Pedal aus mitzuspielen.
Tremulant: lat. "tremulus" = zittern, beben; Vorrichtung, die Töne zum Beben bringt, ähnlich dem Vibrato eines Sängers.
Unda maris: lat. = Meereswoge, dieses Register besteht hier aus doppelt gebauten Pfeifen, die schwebend gestimmt sind. Die dadurch entstehenden Schwebungen erzeugen einen wellenartigen Klang.
Viola d‘ Gambe: Ein eng gebautes Register, das den Klang einer Gambe (historisches Streichinstrument) imitiert.
Violon-Bass: Baßregister aus Holz, das den Violon, den barocken Vorgänger des heutigen Kontrabasses, imitiert.
Vox humana: lat. = Stimme des Menschen; charakteristisches Lingualregister mit vokalem, weich schnarrendem Klang, das versucht, die menschliche Stimme zu imitieren.
Windlade: Die Windlade wird auch das Herzstück der Orgel genannt. Gemeint ist ein Holzkasten, auf dem die Register stehen. Im Innern des Kastens befinden sich die Tonventile und die Schleifen, die zur Registerschaltung nötig sind (Schleiflade).

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