Evi Weigl
Angefangen hat sie am 1. September 2003 als Gemeindeassistentin in St. Martin. Und doch bringt Evi Weigl schon jede Menge Erfahrungen mit: Nach der Kindheit auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Nähe von Altomünster suchte sie bald Kontakt zu Jugendlichen in der dortigen Pfarrgemeinde. Begegnungen mit anderen Menschen fand sie später auch in der Jugendbewegung der bayerischen Franziskaner. In den ‚Gestalteten Freizeiten' erlebte sie einen Glauben, der geprägt ist von Naturverbundenheit und Unkompliziertheit. Zusammen wanderten, beteten und sangen die jungen Leute tagelang und stellten zu Mittag draußen einen Tisch auf, um zu essen. Am schönsten erlebte Evi Weigl das in Assisi. Auch nach Taizé zog sie es, an die acht Mal. Dort lebte sie das einfache Leben des Frère Roger und nahm an seinen meditativen Gesängen teil.

Darüber hinaus wuchsen Kontakte zu Menschen auf der ganzen Welt. Das hat Eva Weigl zweifach geprägt: Erstens nahm sie in ihrer Heimatpfarrei Kontakt auf zu Menschen jeglichen Alters, sie arbeitete ehrenamtlich mit Senioren und mit Firmlingen, sie kochte mit Gleichaltrigen, und sie veranstaltete ein Taizè-Gebet in der Pfarrei. Die vielfältigen Glaubenserfahrungen mit verschiedensten Menschen, "die vielen Gesichter und Ausdruckformen, die der Glaube hat," wie Eva Weigl es ausdrückt, die prägten dann ihren Berufswunsch.

Doch erst spürte die heute 30-Jährige der Meditation nach, und zwar der Schweige-Meditation nach Art der Zen-Mönche. Dafür verbrachte sie ganze Wochenenden im Schweigen, eigene Wochen in Zentren wie Dietfurt und Weyarn. Auch ihre Diplom-Arbeit beschäftigt sich mit Zen, nämlich als Zusammenfluss zweier Glaubensrichtungen: ‚Zen - ein Weg, Gott zu erfahren'. In ihrer lebhaften Art fand sie zu einer Meditation in Bewegung, dem Aikido. Diese japanische Selbstverteidigung dient dem Loslassen von Gedanken, ganz so wie das schweigende Sitzen.

Evi Weigl übt sie regelmäßig bei einem japanischen Meister in München. Bewegung in der Natur dagegen findet sie beim Bergsteigen und Radfahren. Und wenn's mal regnet, liest sie auch gern und geht tanzen. Drei Jahre wird Evi Weigl in Moosach arbeiten, im letzten Abschnitt ihrer Berufsausbildung. Davor hat sie vier Jahre Religionspädagogik an der FH in Haidhausen studiert und ihre Praktika in Milbertshofen und Unterföhring geleistet. In Moosach wohnt sie für diese Zeit neben dem Pfarrzentrum und arbeitet als volle Kraft in der Gemeinde mit: In der Kinderarbeit wie der Erstkommunionvorbereitung, den Familiengottesdiensten, aber auch predigen und Beerdigungen halten wird sie, neben fünf Stunden Religionsunterricht an der Grundschule. "Denn überall finde ich die lebendige Vielfalt des Glaubens," so erfährt sie es und ist glücklich, in Moosach "gelandet" zu sein.

nach oben