"Hochwasser in Südpolen!" hieß es noch eine Woche vor Pfingsten in der Zeitung und wir bangten schon um die Pfingstfahrt nach Krakau, denn auch dort war die Weichsel über die Ufer getreten. Doch glücklicherweise ging das Hochwasser noch rechtzeitig zurück und zehn Jugendliche der Pfarrei machten sich mit Kaplan Robert Baumgartner auf nach Krakau.
Nach 15 Stunden unbequemer Busfahrt kamen wir ein wenig übermüdet in Krakau an und bezogen dort unsere Jugendherberge im jüdischen Viertel. Die Umgebung wurde auch sofort am ersten Tag erkundet und der Plan, sich selbst etwas zu kochen, wurde angesichts der billigen Restaurantpreise und der spartanisch eingerichteten Küche im Hostel sofort über Bord geworfen. Am nächsten Tag wurde das etwa 80 km entfernte ehemalige Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besucht. Die Dimension dieses Lagers ist unvorstellbar und erschreckend. Leider konnte man sich nicht alles genau anschauen, da man mit der Führung aufgrund der vielen Touristen regelrecht durch die Gebäude geschleust wurde, aber dennoch bekam man einen Eindruck der Gräuel, die sich dort abgespielt haben.
Am darauffolgenden Tag besuchten wir das größte Salzbergwerk Polens, das zwar Unesco-Kulturerbe ist, jedoch aber einem kitschigen Touristenmuseum, mit sprechenden Steinzwergen ausgestattet, entsprach. Beeindruckend war dagegen die riesige Kapelle mitten im stillgelegten Bergwerk mit Steinaltar, Steinkreuz und Steinbildern von Bibelgeschichten. Nachdem die Umgebung von Krakau nun erkundet war, machten wir uns an den folgenden Tagen auf in die Altstadt und tranken Kaffee auf dem größten mittelalterlichen Platz Europas, verglichen mit diesem, unser Marienplatz einem Hinterhof entspricht. Außerdem gingen wir auf den Wawel, dem Sitz der ehemaligen polnischen Könige und Grabstätte des kürzlich verstorbenen Präsidenten Kaczynski.
Die Fahrt wurde dann mit "Paintball", einem actionreichen Spiel im Gelände abgeschlossen. Am Tag der Abfahrt wurden noch die übrig gebliebenen Zloty in die Essensrationen investiert um die lange Busfahrt zu überstehen. Trotz des mäßigen Wetters, das sich aber im Laufe der Woche gebessert hat, war die Pfingstfahrt nach Krakau eine sehr lustige und gelungene Reise, die auch noch billig war!
Simon Schwerd
|