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Das Bild vom Weg ist schön und großartig,
um das eigene Leben zu beschreiben: Am
Anfang wurdest Du getragen. Andere bestimmten
Deine Wege. Du fühltest Dich gut,
geborgen. Abgründe und steile Strecken
konnten Dir nichts antun. Doch irgendwann
standest Du auf eigenen Füßen. Sehr wackelig
und zaghaft noch, doch Du warst bereit,
die Welt selbst zu entdecken. Deine ersten
Schritte eröffneten Dir neue Möglichkeiten.
Dir machte es Spaß zu gehen. Du spürtest
auch die Gefahren, die auf einmal da waren,
die Treppe, der heiße Herd oder was es auch
immer bei Dir war.
Je weiter Du Deinen Lebensweg gingst,
desto mehr merktest Du, wie unbeschreiblich
vielfältig er wurde. Du warst noch im
Tal, vor Dir Berge, nicht einer, sondern viele.
Welcher sollte Dein Ziel sein? Entscheidungen
wurden fällig. Korrekturen. Immer
wieder.
Dann der Weg: Steil ging es bergauf. Du
musstest schwer schnaufen. Und manchmal
aufgeben. Dazu der Wald: Gab er Dir Geborgenheit,
oder lauerte hinter jedem Baum
eine Gefahr, der Du Dich stellen musstest?
Manchmal war sie so groß, dass Du voller
Angst davongelaufen bist. Dann wieder
Wegstrecken, die leichter wurden, auf denen
die Sonne zu scheinen begann. Auf einmal
ein Fluss: Das Wasser reichte bis zu Hals.
Dann die Furt: Schwimmen war nicht mehr
nötig, doch ohne nasse Füße ging es nicht
ab. Eine Pause war notwendig, um die Füße
zu trocknen, den Hunger zu stillen, aufzuatmen
und sich mit dem Menschen neben Dir
am Leben zu freuen. - Und jetzt die Frage: "Wo stehst Du heute?"
Günter Barta
Diakon
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