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Die Martins Tafeln in der Pfarrkirche
Dein (Lebens-) Weg

Das Bild vom Weg ist schön und großartig, um das eigene Leben zu beschreiben: Am Anfang wurdest Du getragen. Andere bestimmten Deine Wege. Du fühltest Dich gut, geborgen. Abgründe und steile Strecken konnten Dir nichts antun. Doch irgendwann standest Du auf eigenen Füßen. Sehr wackelig und zaghaft noch, doch Du warst bereit, die Welt selbst zu entdecken. Deine ersten Schritte eröffneten Dir neue Möglichkeiten. Dir machte es Spaß zu gehen. Du spürtest auch die Gefahren, die auf einmal da waren, die Treppe, der heiße Herd oder was es auch immer bei Dir war.

Je weiter Du Deinen Lebensweg gingst, desto mehr merktest Du, wie unbeschreiblich vielfältig er wurde. Du warst noch im Tal, vor Dir Berge, nicht einer, sondern viele. Welcher sollte Dein Ziel sein? Entscheidungen wurden fällig. Korrekturen. Immer wieder. Dann der Weg: Steil ging es bergauf. Du musstest schwer schnaufen. Und manchmal aufgeben. Dazu der Wald: Gab er Dir Geborgenheit, oder lauerte hinter jedem Baum eine Gefahr, der Du Dich stellen musstest? Manchmal war sie so groß, dass Du voller Angst davongelaufen bist. Dann wieder Wegstrecken, die leichter wurden, auf denen die Sonne zu scheinen begann. Auf einmal ein Fluss: Das Wasser reichte bis zu Hals. Dann die Furt: Schwimmen war nicht mehr nötig, doch ohne nasse Füße ging es nicht ab. Eine Pause war notwendig, um die Füße zu trocknen, den Hunger zu stillen, aufzuatmen und sich mit dem Menschen neben Dir am Leben zu freuen. - Und jetzt die Frage: "Wo stehst Du heute?"

Günter Barta
Diakon


 
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