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Orgelbaukommission St. Martin
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Im Laufe des nächsten Jahres wird die alte
Nenninger-Orgel verkauft werden, um Platz für
das neue Instrument der renommierten schweizerischen
Firma Orgelbau Goll AG aus Luzern
zu schaffen. Dieses neue Werk wird in der Orgellandschaft
der Stadt München und des Erzbistums
München und Freising einen "roten
Punkt" setzten (so hat es der Orgelsachverständige
Prof. Friedemann
Winklhofer
kürzlich formuliert).
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Die Königin der Instrumente als Krönung
der Kirchenrenovierung
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Wir, die Orgelbaukommission, beschäftigen
uns nun seit zwei Jahren mit dem Orgel-
Projekt. Zeit genug, eine Zwischenbilanz zu
ziehen; denn so einiges haben wir erreicht
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Zum Gesamtkunstwerk unserer sanierten Pfarrkirche
fehlt noch eine angemessene Orgel. Über den schlechten
Zustand unserer Orgel, die mangelhafte Verarbeitung billigster
Materialien und die äußerst minderwertige klangliche
Konzeption wurde schon öfters berichtet.
Kirchenverwaltung, Orgelbaukommission und Pfarrgemeinderat haben
sich deshalb für den Bau einer neuen Orgel entschieden.
Unter wesentlicher Beteiligung des Orgelsachverständigen
Prof. Friedemann Winklhofer und nach Einholung von 4 Angeboten
namhafter Orgelbaufirmen könnte die neue Orgel in Auftrag
gegeben werden, wenn die Finanzierung gesichert wäre. Die
kalkulierten Kosten belaufen sich derzeit auf ca. 850.000 EUR,
eine gewaltige Summe. Diese muss ausschließlich aus Spenden
aufgebracht werden. Es gibt keinerlei Zuschüsse, insbesondere
nicht aus Kirchensteuermitteln. Leider waren die Bemühungen,
zu namhaften Spenden zu kommen, bisher ohne nachhaltigen Erfolg.
Ein Sponsor für dieses große Projekt konnte noch
nicht gefunden werden..
Auch 3 Benefizkonzerte - die Mitwirkenden treten ohne Gage auf
haben nicht die erhofften Ergebnisse erbracht..
Das 1. Benefizkonzert fand am 17.06.2007 in der Alten St. Martinskirche
statt. Jong-Hi Fries (Orgel), Hwa-Ran Pfahl-Kim (Gesang), Adelaide
Kiefl (Flöte) und Martin Kiefl (Violine) führten in
13 Programmpunkten Werke von Bach, Händel, Haydn, T. Böhm,
Liszt, C. Frank und anderen auf. Größtes Ereignis
war die Erste Moosacher Chornacht am 14.07.2007. Sie fand bei
den ca. 300 Mitwirkenden und den vielen Besuchern großen
Anklang. Um die Bewirtung kümmerte sich die Pfarrjugend
mit bewundernswertem Einsatz. Von der Musik an diesem Abend
können sie sich selbst ein Bild machen, wenn sie die Doppel-CD
mit insgesamt 46 Musiktiteln für nur 15 EUR erwerben. Dabei
können sie die 8 Ensembles mit Kompositionen aus 12 Jahrhunderten
nochmals miterleben. Auf dem Foto innerhalb der Kassette sehen
sie den Universitätschor mit seinem Leiter Johannes Kleinjung
(rechts), daneben ist unser Kirchenmusiker Sebastian Adelhardt
(mit Mikrofon) abgebildet.
Im 3. Benefizkonzert, dem Adventskonzert am 21.12.2007 wirkten
mit einem zweistündigen Programm sämtliche musikalischen
Gruppen der Pfarrei mit, nämlich: Kirchenchor, Magnificat-Chor,
Jugendchor, Rhythmische Schola, Saitenbläser, Adelaide
und Martin Kiefl sowie Mitglieder der Camerata Strumentale.
Die Orgelbaukommission berät und gibt Empfehlungen. Nur
die Kirchenverwaltung, das Vertretungsorgan der Kirchenstiftung,
darf die neue Orgel bestellen. Dies kann erst geschehen, wenn
mindestens 2/3 also ca. 600.000 EUR beisammen sind. Kirchenverwaltung
und Orgelbaukommission haben in einer gemeinsamen Sitzung am
16.05.2007 beschlossen, nach Möglichkeit einen Orgelneubau
aufgrund der Angebote der Orgelbaufirmen Kuhn oder Goll (beide
ca. 850.000 EUR) zu verwirklichen..
Jede Spende ist nötig und wird dankbar entgegengenommen.
Es wird ein Orgelspendenbuch ausgelegt werden. In dieses soll
sich jeder Spender mit mindestens 3 EUR eintragen. Das Buch
wird dann archiviert. An einer möglichst diebstahlsicheren
Orgelspendenkasse wird noch gearbeitet..
Spenden werden erbeten an:
Kath. Kirchenstiftung St. Martin.
Konto-Nr. 202144450
BLZ 75090300, Liga Bank eG
"Spende Projekt Orgel 2012"
Peter Klementa |
Nein, zu viel Zeit übrig habe ich nicht!
Aber was bringt einen dazu, bei einem so großen Projekt
wie der Orgelbaukommission für die Orgel 2012 mitzuwirken?
Nun, so wie bei vielen Christen, beginnt der erste Dienst in
der Kirche mit Ministrieren. So durfte auch ich mich stolz nach
der Feier der 1. Kommunion in die große Schar der Ministrantengruppe
in St. Lantpert einreihen.
Zu dieser Zeit gestaltete unsere liebe Elfriede "Musch"
Singheiser die Klangwelt als Kirchenmusikerin in der Pfarrei.
So durfte ich in ihren Chören Singen lernen und bei den
Gottesdiensten und Konzerten dabei ihr erstklassiges Orgelspiel
genießen.
Bereits damals faszinierte mich der erfüllende Klang einer
Orgel im Kirchenschiff. Dadurch wurde die Größe des
Herrn auch räumlich erlebbar und mir bewusst, wie klein
doch der Mensch ist. Dies war für mich wie der gedankliche
Weg zum Himmel. Durch das musikalische Begleiten von so vielen
Festgottesdiensten und Konzerten ist die Orgel für mich
wie ein Schlüssel im Glauben an Gott geworden.
Nach der schulischen Ausbildung begann dann auch die berufliche.
Bei BMW startete der nächste "Ernst des Lebens".
In dieser Zeit wurde auch zufälligerweise der BMW Männerchor
gegründet, zu dem mich mein Vater mitnahm. Chorleiter war
damals Herr Friedemann Winklhofer, der jetzt unser Orgelsachverständiger
ist. Auch seinem Orgelspiel zuzuhören, ist ein wahrer Hochgenuss.
Seine Kompetenz wird weltweit anerkannt, so dass er im letzten
Jahr die Konzertorgel in der Philharmonie in Shanghai einweihen
durfte. Herr Winklhofer war für mich auch ein Grund, warum
ich der Orgelbaukommission beigetreten bin.
Mittlerweile in Moosach beheimatet, höre ich nun unsere
Orgel in St. Martin und höre auch, dass sie in die Jahre
kommt. Bei so manchen Momenten zucke ich, weil der Klang unseres
Kircheninstrumentes mich aus der festlichen Stimmung eines Gottesdienstes
reißt. Mein Harmoniebedürfnis wird dadurch gestört.
Sebastian Adelhardt, unser neuer Kirchenmusiker, monierte nun
nach Antritt seines Dienstes zu Recht den Zustand seines "Arbeitsgerätes".
So wurde der Wunsch nach einer neuen Orgel laut und folglich
in den verschiedenen Gremien der Pfarrei diskutiert. Daraus
kristallisierte sich dann eine kleine Gruppe als Orgelbaukommission
heraus. Als Mitglied dieser Gruppe möchte ich nun mitwirken,
eine neue Orgel für St. Martin zu realisieren. Dass dies
viel Zeit und Aufwand benötigt, um in kleinen Schritten
die gigantische Summe von 1 Million Euro zu beschaffen, wird
wohl jeder verstehen. Und dass das auch nicht von heute auf
morgen umgesetzt werden kann, ist auch klar.
Deshalb heißt dieses Projekt ja Orgel 2012.
Seit gut einem Jahr sammeln nun verschiedenste Gruppierungen
bei zahlreichen Veranstaltungen für eine neue Orgel. Somit
stehen uns erfüllte vier Jahre bevor, damit schlussendlich
die Genehmigungen zum Orgelbau erteilt werden können. Ob
uns diese Zeit gereicht hat, werden wir erst im Jahre 2012 wissen.
Ein Projekt dieser Art und Größe kann und darf man
wahrscheinlich nur einmal im Leben begleiten. Dazu möchte
ich meinen Beitrag leisten, möchte Menschen die Freude
an der Orgelmusik näher bringen, so dass auch sie Multiplikatoren
werden und wir alle uns an der Königin der Musikinstrumente
erfreuen können.
Schon der Gedanke an eine neue Orgel, die den Weg zum Himmel
in aller musikalischer Klarheit und Schönheit ebnet, lässt
mich träumerisch 2012 erahnen.
Und dafür möchte ich mir Zeit nehmen!
Siegfried Winkler |
Der Orgelsachverständige für das
Orgelbauprojekt in der Pfarrei St. Martin Moosach ist Friedemann
Winklhofer. Er war einer meiner Professoren an der Musikhochschule.
Seine Zusage für dieses Interview ist spontan und herzlich.
Wir treffen uns an einem Mittwoch Abend am Münchner Gasteig.
Herr Winkelhofer hat einen langen arbeitsreichen Tag hinter
sich, an dem er viel Unterricht am Richard Strauss Konservatorium
gegeben hat, nach unserem Termin wird er noch mit einem Pianisten
zusammenkommen, der ihn gebeten hat, er solle doch sein nächstes
Konzertprogramm "probehören". Man hat das Gefühl,
dass ihn hier jeder kennt - er wird sehr herzlich von vielen
Leuten gegrüßt. Während des Gesprächs gibt
es eine Kleinigkeit zu essen. Am Ende frägt mich eine Dame,
die neben uns sitzt, wie denn der nette Orgelbauer heißt,
mit dem ich mich gerade unterhalten habe
Herr Winklhofer, warum wird die Orgel als Königin der
Instrumente bezeichnet?
Ich glaube deshalb, weil man mit ihr so viele "Farben"
spielen kann, wie mit keinem anderen Instrument. Die Orgel bietet
unter den Instrumenten die meisten Möglichkeiten der Klanggestaltung.
Man kann mit ihr ganz leise und sehr laut spielen, man kann
große Freude und tiefe Trauer auf ihr darstellen, die
Farbigkeit ihrer einzelnen Register kann nicht mal von einem
großen Symphonieorchester übertroffen werden, und
das alles mit nur einem einzigen Musiker dem Organisten.
Komischerweise heißt es im Englischen "The King of
Instruments" also König der Instrumente.
Wann hat dieses königliche Instrument zum ersten Mal
ihr Interesse geweckt?
Eigentlich wollte ich nicht bewusst an die Orgel es kam
ganz von selbst. Mein Vater ist, wie alle meiner Vorfahren seit
170 Jahren, Apotheker, und seit meinem Großvater sind
sie auch noch Organisten und Kirchenmusiker. Da war es selbstverständlich,
dass ich jeden Sonntag neben meinem Vater an der Orgel gestanden
bin. Dort habe ich gehört, wie man eine Gemeinde bei ihrem
Singen begleitet, wie man einen Gottesdienst gestaltet und wie
eine Orgel klingt. So bin ich in beide Bereiche hineingewachsen:
in die Pharmazie und in die Orgelmusik. Beide Fächer habe
ich später dann auch studiert der größere
Ausschlag lag dann aber bei mir auf der Musik.
Haben Sie dann Ihre musikalische Laufbahn auf der Orgel
begonnen?
Nein. Eine entfernte Verwandte meines Vaters unterrichtete
mich mit sechs Jahren auf dem Klavier. An diese Zeit habe ich
die schöne Erinnerung, dass wir gemeinsam vierhändig
Beethoven Symphonien gespielt haben. Der schöne Bechstein-Flügel,
auf dem ich unterrichtet wurde, steht heute im Hause meiner
Eltern. Bekannte Lehrer hatte ich während dieser Zeit nie.
Im Gymnasium in Metten hatte ich dann Pater Walter als Orgellehrer.
Leider waren die Stunden bei ihm eher unregelmäßig,
er hat immer gesagt: "Wenn du wieder etwas kannst, dann
kommst halt wieder." Das ist natürlich keine große
Motivation zum Üben, sondern man lässt dann eher die
Zügel schleifen. Aber ich konnte dennoch viel lernen, weil
ich mir manche Dinge, wie zum Beispiel Registrierungen, selbst
näher bringen musste. Aber ich hatte immer genug Ideen:
Ich habe einfach versucht, ein gutes Klangresultat zu erzielen
und auf diesem experimentellen Weg habe ich viel erlebt
ich weiß allerdings nicht, ob ich heute auch noch so spielen
würde. |
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| Prof. Friedemann Winklhofer |
Aber ist es nicht jetzt für Ihre
pädagogische Tätigkeit von großem Vorteil,
dass Sie sich selbst so viel mit Problemen auseinandergesetzt
haben?
Das stimmt ganz sicher. Für mich gibt es bei Studenten
keine unlösbaren Probleme, weil ich immer sehr genau zusehe.
Man muss erkennen, was ein Schüler für eine Handhaltung
hat, was er mit den Füßen macht, was er überhaupt
für eine Körperhaltung beim Spielen einnimmt. Kleinigkeiten
sind hier entscheidend. Und weil ich diese Dinge bei mir selbst
beobachten musste, kann ich oft einen Vorschlag zur Verbesserung
geben.
Sie haben schon von ihrer Freude an der Pharmazie und der Musik
erzählt. Was hat den Ausschlag für die Musik gegeben?
Das ist ein wenig durcheinander gegangen: Ich habe noch
nach der alten Studienordnung Pharmazie studiert, das heißt,
man musste zuerst zwei Jahre ein Praktikum in einer Apotheke
absolvieren. Das habe ich zu Hause, in dem Geschäft meines
Vaters gemacht. Während des zweiten Jahres hatte ich schon
in München Unterricht bei Prof. Franz Lerndorfer, einem
der bekanntesten und renommiertesten Orgeldozenten in Deutschland.
Das Praktikum habe ich mit dem Vorexamen abgeschlossen. Allerdings
gab es ganz wenige Studienplätze für Pharmazie. Zeitgleich
habe ich die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule bestanden.
Ich wollte beides studieren Pharmazie und Musik, um dann als
studierter Musiker Apotheker zu sein. 2 Semester später
bekam ich dann in Passau einen Studienplatz in Pharmazie. Das
hat mich aber nicht mehr sehr gefreut; denn ich musste nun zwischen
München und Passau pendeln. Ich begann dann auch noch aus
großem Interesse heraus mit dem Dirigierstudium. So machte
mich Karl Richter zu seinem Assistenten beim Münchner Bachchor.
Und als mir dann noch nach Beendigung meiner Studien die Lehrtätigkeit
am Münchner Konservatorium und an der Musikhochschule angeboten
wurde, war die Sache zugunsten der Musik besiegelt.
Und dann wurden Sie auch noch Orgelsachverständiger
des Erzbistums München und Freising.
Das war eine Große Freude für mich. Schon als
Kind habe ich mich für das technische und das bauliche
Funktionieren dieses Instruments interessiert. Als mich dann
der Kirchenmusikdirektor Bernward Bayerle anrief, und mich fragte,
wie denn meine Orgelbaukenntnisse seien und ob ich mir vorstellen
könnte, Orgelsachverständiger zu werden, erbat ich
mir ein Wochenende Bedenkzeit. Dieses Amt bringt nämlich
ein großes Maß an Verantwortung mit sich, und auch
der Zeitaufwand ist sehr hoch. Die Tätigkeit hat mich aber
zu sehr gereizt und auch die Schönheit der Region
ich bin verantwortlich für den Süden der Diözese
hat dazu beigetragen, dieses Amt anzutreten.
Wo liegt denn diese große Verantwortung bei Ihrer
Arbeit?
Bei jedem Orgel-Neubau-Vorhaben wird von den einzelnen Pfarreien
ein riesiger finanzieller Aufwand betrieben. Meine Funktion
ist beratend, ich muss abschätzen können, was die
Gemeinde im Stande ist zu leisten. Das Verhältnis von Preis
und Leistung muss stimmen. Ich habe ja selbst kein Mitspracherecht,
ich bin quasi nur ein Moderator. In Rücksprache mit dem
jeweiligen Organisten mache ich dann unter Berücksichtigung
der Finanzen einen Dispositionsvorschlag. Und dann warte ich,
wie sich die Dinge entwickeln und stehe bei Fragen aber jeder
Zeit zur Verfügung. Wenn dann der Neubau realisiert ist,
so möchte man sein Kind schon taufen, deshalb spiele ich
sehr häufig Einweihungskonzerte. |
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| Unsere Orgel |
Kommt das wirklich häufig vor?
Im Jahr 2006 habe ich einmal eine Bilanz meiner bisherigen Arbeit
gezogen. Ich hatte 60 Projekte betreut, so dass ich auf eine
erstaunliche Quote gekommen bin: Alle zwei Monate wird im Schnitt
ein neues Instrument gebaut. Und bitte bedenken Sie, dass ich
noch drei weitere Kollegen habe, die auch Orgelsachverständige
in einer anderen Region des Bistums sind.
Warum benötigt St. Martin eine neue Orgel?
Der Hauptgrund ist das miserable Instrument, das jetzt in der
Gemeinde anzutreffen ist. Die technischen und materiellen Mängel
sind erheblich. Vielleicht merkt das der "Normalhörer"
nicht, er wird sagen: "Die Orgel spielt doch! Sie ist laut,
oder auch mal leise." Ein guter Organist stellt aber immer
die Stärken eines Instruments heraus. Unter welch schwierigen
Bedingungen dies in Moosach möglich ist, merkt der normale
Kirchgänger auch nicht. Und gerade in Ihrer Pfarrkirche
ist es ja so, dass die phänomenale Akustik den schlechten
Klang des Instruments noch sehr veredelt. Aber ich habe das
Instrument auf Herz und Nieren geprüft und da gibt es nur
eine konsequente, logische und vertretbare Entscheidung: Einen
Neubau.
Was wird sich denn ändern mit einem neuen Instrument?
Wird hier der "Normalhörer" einen Unterschied
erkennen?
Ganz bestimmt wird jeder einen Unterschied erkennen. Aus meiner
langjährigen Erfahrung kann ich sagen, dass selbst große
Gegner solcher Projekte am Ende häufig sagen, sie hätten
es ja immer schon gewusst, dass sich so ein Neubau lohnen würde.
Jeder Gottesdienst wird einfach würdiger in seiner Gestaltung
ablaufen, die Möglichkeiten werden sich vervielfachen:
Orgel allein, Orgel mit Solisten, Orgel mit Chor. Wenn ein gutes
Instrument in Ihrer Pfarrei stehen wird, so profitiert die ganze
Gemeinde ungeheuer davon. Ich denke sogar, dass aufgrund der
zwei Orgelbaufirmen, die wir gemeinsam ausgewählt haben,
und die hervorragende Angebote geliefert haben, St. Martin ein
großer Anziehungspunkt für viele Organisten werden
wird.
Können Sie kurz die zwei Firmen charakterisieren?
Die Firma Kuhn ist in München schon bekannt durch ihre
großartige Saalorgel in der Musikhochschule. Bei diesem
Instrument passt alles: Die Optik, die Intonation, die Verarbeitung.
Eine Orgel der Firma Goll wäre neu in München. Das
nächste Instrument steht in Memmingen. Das ist auch eine
phantastische Orgel. Man hat das Gefühl, dass sie perfekt
in den Raum integriert ist, sowohl klanglich als auch baulich.
Beide Firmen bestechen durch ihre Spielmechanik und durch Fähigkeiten
im Bereich der Intonation und gerade dieser Punkt ist
sehr wichtig. Müsste man einen Vergleich heranziehen, so
produzieren sicherlich beide Firmen den Mercedes unter den Orgeln.
Und St. Martin braucht so ein gutes Instrument: Die Bedeutung
der Kirchenmusik ist hier sehr hoch, die bauliche Substanz der
Kirche ist sehr gut, die Renovierungen der letzten Jahre haben
nur noch die Orgel ausgelassen. Alles wird gekrönt durch
den unglaublich schönen Klang dieses beeindruckenden Kirchenraums.
Als Musiker sei noch hinzugefügt, dass jeder gute Organist
ein gutes Instrument braucht, oder haben sie schon mal einen
Metzger mit stumpfen Messern arbeiten sehen?
Leider ist unser Vorhaben sehr teuer
Das stimmt. Ein gutes Instrument kostet viel Geld. Aber eine
Orgel ist ausschließlich Handarbeit und eine Maßanfertigung.
Aber in meiner Zeit als Orgelsachverständiger habe ich
es noch nie erlebt, dass ein Orgelbau- Vorhaben am finanziellen
Aufwand gescheitert ist. Selbst ganz kleine Gemeinden mit 400
Katholiken haben solche Projekte schon vollendet. Es ist alles
eine Frage der Motivation der Gemeinde.
Haben Sie vielleicht zum Abschluß noch einen guten
Tipp für uns, wie wir an das Geld kommen?
Ja, aber keinen ernsten: Überfallen Sie eine Bank
es ist egal welche. Jetzt aber ohne Spaß: Ich wünsche
Ihnen viel Erfolg für Ihr Vorhaben. Und seien Sie sich
sicher, dass es sich lohnen wird.
Lieber Herr Winklhofer, vielen Dank für dieses Interview.
Wir hoffen, Sie bald einmal in unserer Pfarrei willkommen zu
heißen.
Sebastian Adelhardt |
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| und ihr Innenleben |
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