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Orgelbaukommission St. Martin

Gesucht: Orgelpaten
Start der Patenaktion für die Orgel
[Die Patenschaft für Orgelpfeifen als PDF-Dokument]

Eine Königin sucht Sie - Werden Sie Pate für Pfeifen unserer neuen Orgel

Im Laufe des nächsten Jahres wird die alte Nenninger-Orgel verkauft werden, um Platz für das neue Instrument der renommierten schweizerischen Firma Orgelbau Goll AG aus Luzern zu schaffen. Dieses neue Werk wird in der Orgellandschaft der Stadt München und des Erzbistums München und Freising einen "roten Punkt" setzten (so hat es der Orgelsachverständige Prof. Friedemann Winklhofer kürzlich formuliert).
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Orgel 2012 - Ein Zwischenbericht
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Vorschau auf die
Optik der geplanten neuen Orgel
im Jahr 2012
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Die Königin der Instrumente als Krönung
der Kirchenrenovierung

Wir, die Orgelbaukommission, beschäftigen uns nun seit zwei Jahren mit dem Orgel- Projekt. Zeit genug, eine Zwischenbilanz zu ziehen; denn so einiges haben wir erreicht [mehr]

Die Geschichte der Orgel
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Kleines Orgellexikon
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Herr Klementa, ein engagiertes Kirchenchormitglied berichtet

Zum Gesamtkunstwerk unserer sanierten Pfarrkirche fehlt noch eine angemessene Orgel. Über den schlechten Zustand unserer Orgel, die mangelhafte Verarbeitung billigster Materialien und die äußerst minderwertige klangliche Konzeption wurde schon öfters berichtet.
Kirchenverwaltung, Orgelbaukommission und Pfarrgemeinderat haben sich deshalb für den Bau einer neuen Orgel entschieden. Unter wesentlicher Beteiligung des Orgelsachverständigen Prof. Friedemann Winklhofer und nach Einholung von 4 Angeboten namhafter Orgelbaufirmen könnte die neue Orgel in Auftrag gegeben werden, wenn die Finanzierung gesichert wäre. Die kalkulierten Kosten belaufen sich derzeit auf ca. 850.000 EUR, eine gewaltige Summe. Diese muss ausschließlich aus Spenden aufgebracht werden. Es gibt keinerlei Zuschüsse, insbesondere nicht aus Kirchensteuermitteln. Leider waren die Bemühungen, zu namhaften Spenden zu kommen, bisher ohne nachhaltigen Erfolg. Ein Sponsor für dieses große Projekt konnte noch nicht gefunden werden..
Auch 3 Benefizkonzerte - die Mitwirkenden treten ohne Gage auf – haben nicht die erhofften Ergebnisse erbracht..
Das 1. Benefizkonzert fand am 17.06.2007 in der Alten St. Martinskirche statt. Jong-Hi Fries (Orgel), Hwa-Ran Pfahl-Kim (Gesang), Adelaide Kiefl (Flöte) und Martin Kiefl (Violine) führten in 13 Programmpunkten Werke von Bach, Händel, Haydn, T. Böhm, Liszt, C. Frank und anderen auf. Größtes Ereignis war die Erste Moosacher Chornacht am 14.07.2007. Sie fand bei den ca. 300 Mitwirkenden und den vielen Besuchern großen Anklang. Um die Bewirtung kümmerte sich die Pfarrjugend mit bewundernswertem Einsatz. Von der Musik an diesem Abend können sie sich selbst ein Bild machen, wenn sie die Doppel-CD mit insgesamt 46 Musiktiteln für nur 15 EUR erwerben. Dabei können sie die 8 Ensembles mit Kompositionen aus 12 Jahrhunderten nochmals miterleben. Auf dem Foto innerhalb der Kassette sehen sie den Universitätschor mit seinem Leiter Johannes Kleinjung (rechts), daneben ist unser Kirchenmusiker Sebastian Adelhardt (mit Mikrofon) abgebildet.
Im 3. Benefizkonzert, dem Adventskonzert am 21.12.2007 wirkten mit einem zweistündigen Programm sämtliche musikalischen Gruppen der Pfarrei mit, nämlich: Kirchenchor, Magnificat-Chor, Jugendchor, Rhythmische Schola, Saitenbläser, Adelaide und Martin Kiefl sowie Mitglieder der Camerata Strumentale.
Die Orgelbaukommission berät und gibt Empfehlungen. Nur die Kirchenverwaltung, das Vertretungsorgan der Kirchenstiftung, darf die neue Orgel bestellen. Dies kann erst geschehen, wenn mindestens 2/3 also ca. 600.000 EUR beisammen sind. Kirchenverwaltung und Orgelbaukommission haben in einer gemeinsamen Sitzung am 16.05.2007 beschlossen, nach Möglichkeit einen Orgelneubau aufgrund der Angebote der Orgelbaufirmen Kuhn oder Goll (beide ca. 850.000 EUR) zu verwirklichen..
Jede Spende ist nötig und wird dankbar entgegengenommen. Es wird ein Orgelspendenbuch ausgelegt werden. In dieses soll sich jeder Spender mit mindestens 3 EUR eintragen. Das Buch wird dann archiviert. An einer möglichst diebstahlsicheren Orgelspendenkasse wird noch gearbeitet..

Spenden werden erbeten an:
Kath. Kirchenstiftung St. Martin.
Konto-Nr. 202144450
BLZ 75090300, Liga Bank eG
"Spende Projekt Orgel 2012"

Peter Klementa

Warum bin ich in der Orgelbaukommission?
Interview mit Herrn Winkler

Nein, zu viel Zeit übrig habe ich nicht! Aber was bringt einen dazu, bei einem so großen Projekt wie der Orgelbaukommission für die Orgel 2012 mitzuwirken?
Nun, so wie bei vielen Christen, beginnt der erste Dienst in der Kirche mit Ministrieren. So durfte auch ich mich stolz nach der Feier der 1. Kommunion in die große Schar der Ministrantengruppe in St. Lantpert einreihen.
Zu dieser Zeit gestaltete unsere liebe Elfriede "Musch" Singheiser die Klangwelt als Kirchenmusikerin in der Pfarrei. So durfte ich in ihren Chören Singen lernen und bei den Gottesdiensten und Konzerten dabei ihr erstklassiges Orgelspiel genießen.
Bereits damals faszinierte mich der erfüllende Klang einer Orgel im Kirchenschiff. Dadurch wurde die Größe des Herrn auch räumlich erlebbar und mir bewusst, wie klein doch der Mensch ist. Dies war für mich wie der gedankliche Weg zum Himmel. Durch das musikalische Begleiten von so vielen Festgottesdiensten und Konzerten ist die Orgel für mich wie ein Schlüssel im Glauben an Gott geworden.
Nach der schulischen Ausbildung begann dann auch die berufliche. Bei BMW startete der nächste "Ernst des Lebens". In dieser Zeit wurde auch zufälligerweise der BMW Männerchor gegründet, zu dem mich mein Vater mitnahm. Chorleiter war damals Herr Friedemann Winklhofer, der jetzt unser Orgelsachverständiger ist. Auch seinem Orgelspiel zuzuhören, ist ein wahrer Hochgenuss. Seine Kompetenz wird weltweit anerkannt, so dass er im letzten Jahr die Konzertorgel in der Philharmonie in Shanghai einweihen durfte. Herr Winklhofer war für mich auch ein Grund, warum ich der Orgelbaukommission beigetreten bin.
Mittlerweile in Moosach beheimatet, höre ich nun unsere Orgel in St. Martin und höre auch, dass sie in die Jahre kommt. Bei so manchen Momenten zucke ich, weil der Klang unseres Kircheninstrumentes mich aus der festlichen Stimmung eines Gottesdienstes reißt. Mein Harmoniebedürfnis wird dadurch gestört.
Sebastian Adelhardt, unser neuer Kirchenmusiker, monierte nun nach Antritt seines Dienstes zu Recht den Zustand seines "Arbeitsgerätes". So wurde der Wunsch nach einer neuen Orgel laut und folglich in den verschiedenen Gremien der Pfarrei diskutiert. Daraus kristallisierte sich dann eine kleine Gruppe als Orgelbaukommission heraus. Als Mitglied dieser Gruppe möchte ich nun mitwirken, eine neue Orgel für St. Martin zu realisieren. Dass dies viel Zeit und Aufwand benötigt, um in kleinen Schritten die gigantische Summe von 1 Million Euro zu beschaffen, wird wohl jeder verstehen. Und dass das auch nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann, ist auch klar.
Deshalb heißt dieses Projekt ja Orgel 2012.
Seit gut einem Jahr sammeln nun verschiedenste Gruppierungen bei zahlreichen Veranstaltungen für eine neue Orgel. Somit stehen uns erfüllte vier Jahre bevor, damit schlussendlich die Genehmigungen zum Orgelbau erteilt werden können. Ob uns diese Zeit gereicht hat, werden wir erst im Jahre 2012 wissen.
Ein Projekt dieser Art und Größe kann und darf man wahrscheinlich nur einmal im Leben begleiten. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten, möchte Menschen die Freude an der Orgelmusik näher bringen, so dass auch sie Multiplikatoren werden und wir alle uns an der Königin der Musikinstrumente erfreuen können.
Schon der Gedanke an eine neue Orgel, die den Weg zum Himmel in aller musikalischer Klarheit und Schönheit ebnet, lässt mich träumerisch 2012 erahnen.

Und dafür möchte ich mir Zeit nehmen!
Siegfried Winkler

Interview mit dem Orgelsachverständigen
Prof. Friedemann Winklhofer

Der Orgelsachverständige für das Orgelbauprojekt in der Pfarrei St. Martin Moosach ist Friedemann Winklhofer. Er war einer meiner Professoren an der Musikhochschule. Seine Zusage für dieses Interview ist spontan und herzlich. Wir treffen uns an einem Mittwoch Abend am Münchner Gasteig. Herr Winkelhofer hat einen langen arbeitsreichen Tag hinter sich, an dem er viel Unterricht am Richard Strauss Konservatorium gegeben hat, nach unserem Termin wird er noch mit einem Pianisten zusammenkommen, der ihn gebeten hat, er solle doch sein nächstes Konzertprogramm "probehören". Man hat das Gefühl, dass ihn hier jeder kennt - er wird sehr herzlich von vielen Leuten gegrüßt. Während des Gesprächs gibt es eine Kleinigkeit zu essen. Am Ende frägt mich eine Dame, die neben uns sitzt, wie denn der nette Orgelbauer heißt, mit dem ich mich gerade unterhalten habe…

Herr Winklhofer, warum wird die Orgel als Königin der Instrumente bezeichnet?

Ich glaube deshalb, weil man mit ihr so viele "Farben" spielen kann, wie mit keinem anderen Instrument. Die Orgel bietet unter den Instrumenten die meisten Möglichkeiten der Klanggestaltung. Man kann mit ihr ganz leise und sehr laut spielen, man kann große Freude und tiefe Trauer auf ihr darstellen, die Farbigkeit ihrer einzelnen Register kann nicht mal von einem großen Symphonieorchester übertroffen werden, und das alles mit nur einem einzigen Musiker – dem Organisten. Komischerweise heißt es im Englischen "The King of Instruments" – also König der Instrumente.

Wann hat dieses königliche Instrument zum ersten Mal ihr Interesse geweckt?

Eigentlich wollte ich nicht bewusst an die Orgel – es kam ganz von selbst. Mein Vater ist, wie alle meiner Vorfahren seit 170 Jahren, Apotheker, und seit meinem Großvater sind sie auch noch Organisten und Kirchenmusiker. Da war es selbstverständlich, dass ich jeden Sonntag neben meinem Vater an der Orgel gestanden bin. Dort habe ich gehört, wie man eine Gemeinde bei ihrem Singen begleitet, wie man einen Gottesdienst gestaltet und wie eine Orgel klingt. So bin ich in beide Bereiche hineingewachsen: in die Pharmazie und in die Orgelmusik. Beide Fächer habe ich später dann auch studiert – der größere Ausschlag lag dann aber bei mir auf der Musik.

Haben Sie dann Ihre musikalische Laufbahn auf der Orgel begonnen?

Nein. Eine entfernte Verwandte meines Vaters unterrichtete mich mit sechs Jahren auf dem Klavier. An diese Zeit habe ich die schöne Erinnerung, dass wir gemeinsam vierhändig Beethoven Symphonien gespielt haben. Der schöne Bechstein-Flügel, auf dem ich unterrichtet wurde, steht heute im Hause meiner Eltern. Bekannte Lehrer hatte ich während dieser Zeit nie. Im Gymnasium in Metten hatte ich dann Pater Walter als Orgellehrer. Leider waren die Stunden bei ihm eher unregelmäßig, er hat immer gesagt: "Wenn du wieder etwas kannst, dann kommst halt wieder." Das ist natürlich keine große Motivation zum Üben, sondern man lässt dann eher die Zügel schleifen. Aber ich konnte dennoch viel lernen, weil ich mir manche Dinge, wie zum Beispiel Registrierungen, selbst näher bringen musste. Aber ich hatte immer genug Ideen: Ich habe einfach versucht, ein gutes Klangresultat zu erzielen und auf diesem experimentellen Weg habe ich viel erlebt – ich weiß allerdings nicht, ob ich heute auch noch so spielen würde.

Prof. Friedemann Winklhofer

Aber ist es nicht jetzt für Ihre pädagogische Tätigkeit von großem Vorteil, dass Sie sich selbst so viel mit Problemen auseinandergesetzt haben?

Das stimmt ganz sicher. Für mich gibt es bei Studenten keine unlösbaren Probleme, weil ich immer sehr genau zusehe. Man muss erkennen, was ein Schüler für eine Handhaltung hat, was er mit den Füßen macht, was er überhaupt für eine Körperhaltung beim Spielen einnimmt. Kleinigkeiten sind hier entscheidend. Und weil ich diese Dinge bei mir selbst beobachten musste, kann ich oft einen Vorschlag zur Verbesserung geben.

Sie haben schon von ihrer Freude an der Pharmazie und der Musik erzählt. Was hat den Ausschlag für die Musik gegeben?

Das ist ein wenig durcheinander gegangen: Ich habe noch nach der alten Studienordnung Pharmazie studiert, das heißt, man musste zuerst zwei Jahre ein Praktikum in einer Apotheke absolvieren. Das habe ich zu Hause, in dem Geschäft meines Vaters gemacht. Während des zweiten Jahres hatte ich schon in München Unterricht bei Prof. Franz Lerndorfer, einem der bekanntesten und renommiertesten Orgeldozenten in Deutschland. Das Praktikum habe ich mit dem Vorexamen abgeschlossen. Allerdings gab es ganz wenige Studienplätze für Pharmazie. Zeitgleich habe ich die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule bestanden. Ich wollte beides studieren Pharmazie und Musik, um dann als studierter Musiker Apotheker zu sein. 2 Semester später bekam ich dann in Passau einen Studienplatz in Pharmazie. Das hat mich aber nicht mehr sehr gefreut; denn ich musste nun zwischen München und Passau pendeln. Ich begann dann auch noch aus großem Interesse heraus mit dem Dirigierstudium. So machte mich Karl Richter zu seinem Assistenten beim Münchner Bachchor. Und als mir dann noch nach Beendigung meiner Studien die Lehrtätigkeit am Münchner Konservatorium und an der Musikhochschule angeboten wurde, war die Sache zugunsten der Musik besiegelt.

Und dann wurden Sie auch noch Orgelsachverständiger des Erzbistums München und Freising.

Das war eine Große Freude für mich. Schon als Kind habe ich mich für das technische und das bauliche Funktionieren dieses Instruments interessiert. Als mich dann der Kirchenmusikdirektor Bernward Bayerle anrief, und mich fragte, wie denn meine Orgelbaukenntnisse seien und ob ich mir vorstellen könnte, Orgelsachverständiger zu werden, erbat ich mir ein Wochenende Bedenkzeit. Dieses Amt bringt nämlich ein großes Maß an Verantwortung mit sich, und auch der Zeitaufwand ist sehr hoch. Die Tätigkeit hat mich aber zu sehr gereizt und auch die Schönheit der Region – ich bin verantwortlich für den Süden der Diözese – hat dazu beigetragen, dieses Amt anzutreten.

Wo liegt denn diese große Verantwortung bei Ihrer Arbeit?

Bei jedem Orgel-Neubau-Vorhaben wird von den einzelnen Pfarreien ein riesiger finanzieller Aufwand betrieben. Meine Funktion ist beratend, ich muss abschätzen können, was die Gemeinde im Stande ist zu leisten. Das Verhältnis von Preis und Leistung muss stimmen. Ich habe ja selbst kein Mitspracherecht, ich bin quasi nur ein Moderator. In Rücksprache mit dem jeweiligen Organisten mache ich dann unter Berücksichtigung der Finanzen einen Dispositionsvorschlag. Und dann warte ich, wie sich die Dinge entwickeln und stehe bei Fragen aber jeder Zeit zur Verfügung. Wenn dann der Neubau realisiert ist, so möchte man sein Kind schon taufen, deshalb spiele ich sehr häufig Einweihungskonzerte.

Unsere Orgel

Kommt das wirklich häufig vor?

Im Jahr 2006 habe ich einmal eine Bilanz meiner bisherigen Arbeit gezogen. Ich hatte 60 Projekte betreut, so dass ich auf eine erstaunliche Quote gekommen bin: Alle zwei Monate wird im Schnitt ein neues Instrument gebaut. Und bitte bedenken Sie, dass ich noch drei weitere Kollegen habe, die auch Orgelsachverständige in einer anderen Region des Bistums sind.

Warum benötigt St. Martin eine neue Orgel?

Der Hauptgrund ist das miserable Instrument, das jetzt in der Gemeinde anzutreffen ist. Die technischen und materiellen Mängel sind erheblich. Vielleicht merkt das der "Normalhörer" nicht, er wird sagen: "Die Orgel spielt doch! Sie ist laut, oder auch mal leise." Ein guter Organist stellt aber immer die Stärken eines Instruments heraus. Unter welch schwierigen Bedingungen dies in Moosach möglich ist, merkt der normale Kirchgänger auch nicht. Und gerade in Ihrer Pfarrkirche ist es ja so, dass die phänomenale Akustik den schlechten Klang des Instruments noch sehr veredelt. Aber ich habe das Instrument auf Herz und Nieren geprüft und da gibt es nur eine konsequente, logische und vertretbare Entscheidung: Einen Neubau.

Was wird sich denn ändern mit einem neuen Instrument? Wird hier der "Normalhörer" einen Unterschied erkennen?

Ganz bestimmt wird jeder einen Unterschied erkennen. Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich sagen, dass selbst große Gegner solcher Projekte am Ende häufig sagen, sie hätten es ja immer schon gewusst, dass sich so ein Neubau lohnen würde. Jeder Gottesdienst wird einfach würdiger in seiner Gestaltung ablaufen, die Möglichkeiten werden sich vervielfachen: Orgel allein, Orgel mit Solisten, Orgel mit Chor. Wenn ein gutes Instrument in Ihrer Pfarrei stehen wird, so profitiert die ganze Gemeinde ungeheuer davon. Ich denke sogar, dass aufgrund der zwei Orgelbaufirmen, die wir gemeinsam ausgewählt haben, und die hervorragende Angebote geliefert haben, St. Martin ein großer Anziehungspunkt für viele Organisten werden wird.

Können Sie kurz die zwei Firmen charakterisieren?

Die Firma Kuhn ist in München schon bekannt durch ihre großartige Saalorgel in der Musikhochschule. Bei diesem Instrument passt alles: Die Optik, die Intonation, die Verarbeitung. Eine Orgel der Firma Goll wäre neu in München. Das nächste Instrument steht in Memmingen. Das ist auch eine phantastische Orgel. Man hat das Gefühl, dass sie perfekt in den Raum integriert ist, sowohl klanglich als auch baulich. Beide Firmen bestechen durch ihre Spielmechanik und durch Fähigkeiten im Bereich der Intonation – und gerade dieser Punkt ist sehr wichtig. Müsste man einen Vergleich heranziehen, so produzieren sicherlich beide Firmen den Mercedes unter den Orgeln. Und St. Martin braucht so ein gutes Instrument: Die Bedeutung der Kirchenmusik ist hier sehr hoch, die bauliche Substanz der Kirche ist sehr gut, die Renovierungen der letzten Jahre haben nur noch die Orgel ausgelassen. Alles wird gekrönt durch den unglaublich schönen Klang dieses beeindruckenden Kirchenraums. Als Musiker sei noch hinzugefügt, dass jeder gute Organist ein gutes Instrument braucht, oder haben sie schon mal einen Metzger mit stumpfen Messern arbeiten sehen?

Leider ist unser Vorhaben sehr teuer…

Das stimmt. Ein gutes Instrument kostet viel Geld. Aber eine Orgel ist ausschließlich Handarbeit und eine Maßanfertigung. Aber in meiner Zeit als Orgelsachverständiger habe ich es noch nie erlebt, dass ein Orgelbau- Vorhaben am finanziellen Aufwand gescheitert ist. Selbst ganz kleine Gemeinden mit 400 Katholiken haben solche Projekte schon vollendet. Es ist alles eine Frage der Motivation der Gemeinde.

Haben Sie vielleicht zum Abschluß noch einen guten Tipp für uns, wie wir an das Geld kommen?

Ja, aber keinen ernsten: Überfallen Sie eine Bank – es ist egal welche. Jetzt aber ohne Spaß: Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihr Vorhaben. Und seien Sie sich sicher, dass es sich lohnen wird.

Lieber Herr Winklhofer, vielen Dank für dieses Interview. Wir hoffen, Sie bald einmal in unserer Pfarrei willkommen zu heißen.

Sebastian Adelhardt

und ihr Innenleben

 
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